Herzliche Einladung zum Stadtteilfrühstück. Der Frühstückstreff bietet die Gelegenheit, sich auszutauschen und neue soziale Kontakte zu knüpfen. Alle sind herzlich eingeladen: Wir freuen uns auf alle Gäste und den bereichernden Austausch mit ihnen. Das Frühstück ist kostenlos. Bei Bedarf können wir auch dir gerne helfen, Sozialberatung zu finden.
Ein nächstes Treffen ist am Donnerstag, den 17. September um 9 Uhr im Pfarrzentrum Heilig Geist.
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Herr de la Torre schreibt über den Frühstückstreff und die Möglichkeiten die sich ergeben:
Liebe Gemeinde,
schließen Sie die Augen für eine Minute und fragen Sie sich: Was ist eigentlich Christus für mich? Ein guter Freund? Ein guter, vorbildlicher Mensch? Ein Prophet? Der menschgewordene, lebendige Gott, wahrer Mensch und wahrer Gott und mein Erlöser? Ein Muslim oder ein Jude hat sicherlich ein anderes Christusbild als wir Christen und würde die Frage anders beantworten.
Andererseits kann es schwerfallen, die Frage ehrlich zu beantworten, wenn man eine Glaubenskrise erlebt: Vielleicht nicht, was unserem Glaubensbekenntnis entspricht. Eine existenzielle Krise kann uns verunsichern, unser Glaube kann ins Wanken geraten. Selbst die Jünger hatten Zweifel und verließen Christus am Tag seines Todes (vgl. Mk 14, 50).
Es ist wichtig, unseren Glauben zu nähren und zu verstärken. Durch die Schrift, durch Gebet, durch die Gnade der Sakramente. Es ist auch wichtig, nicht zu vergessen, dass Glaube eine Gabe, ein Geschenk Gottes ist, das wir lebendig halten sollen. Glaube ist also kein privater Besitz, vielmehr stellt Glauben eine Verantwortung dar.
Wir Christen sind nicht allein: Wir leben mit vielen Andersgläubigen und mit Atheisten zusammen. Eine ganz aktuelle Frage lautet, ob und wie ein fruchtbarer Dialog und ein furchtbares und friedliches Zusammenleben möglich sind.
Unsere Gesellschaften werden häufig „melting pots“ (dt. Schmelztiegel), genannt. „Schmelzen“ oder „fusionieren“ ist in diesem Kontext nicht unproblematisch, auch theologisch betrachtet. Es wäre besser, die Gesellschaft als einen Raum zu konzipieren, in dem verschiedene Religionen und Kulturen zusammenleben und sich einander bereichern können. Das ist anders als „schmelzen“!
Auch Dialog bzw. interreligiöser und interkultureller Dialog ist anders. Papst Leo XIV. erinnerte kürzlich an Grundprinzipien von Nostra Aetate, die vom Zweiten Vatikankonzil verkündeten Erklärung über das Verhältnis der katholischen Kirche zu den nicht christlichen Religionen (28.10.1965). Ich möchte zwei Aspekte hervorheben:
- Dialog bedeutet nicht, den eigenen Glauben aufgeben zu müssen. Wir Christen haben den Auftrag, Christus zu verkündigen, „in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat“, so Nostra Aetate.
Der interreligiöse Dialog bedeutet ebenfalls nicht, dass Nichtchristen ihren Glauben aufgeben müssen.
- Ein fruchtbarer Dialog soll auf Augenhöhe geführt werden, keine Frage, „mit Klugheit und Liebe, durch Gespräch und Zusammenarbeit mit den Bekennern anderer Religionen … jene geistlichen und sittlichen Güter und auch die sozialkulturellen Werte, die sich bei ihnen finden, anerkennen, wahren und fördern“ (NA2). Ob man das will (sonst, warum denn nicht??) und fähig ist, ist natürlich eine andere Frage.
Die Beschäftigung mit anderen Religionen, mit Atheismus und unserem eigenen Glauben kann herausfordernd werden, vor allem wenn wir selbst Zweifel und Unsicherheiten haben. Vor allem brauchen wir Gott ganz zu vertrauen, dass er uns sein Licht schenken wird, wenn unser Glaube auf die Probe gestellt wird. Nur so können wir Ansprechpartner für unsere nichtchristlichen Geschwister werden, nur so kann der Dialog bereichernd werden. „Mit Klugheit und Liebe“: pragmatisch, sehr bewusst, dass der Dialog mit anderen Kulturen und Religionen seine Grenzen hat. Und Liebe: "Wer nicht liebt, kennt Gott nicht" (1 Joh 4,8).
Der zweite Aspekt ist relevant für ein gelungenes Zusammenleben, besonders heute! Interreligiöser Dialog fordert, wie gesagt, Respekt und Anerkennung von geistlichen und sittlichen Gütern und sozialkulturellen Werten, die definitiv unsere Gesellschaft und unser Christsein bereichern können. Nur als Beispiel: Gastfreundschaft als ethische Pflicht im Islam. Oder dessen positiven Menschenbild: Der Mensch als Stellvertreter von Gott, als „Kalif“. Erinnert das nicht an Gen 1, 26-27? Genau diese Stelle in der Tora begründet die Menschenwürde nach jüdischem Verständnis, die Ebenbildlichkeit Gottes (hebr. Tzelem Elohim). Die Kirche macht außerdem darauf aufmerksam, dass „das Volk des Neuen Bundes mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden ist“ (NA3).
Wir brauchen keine Angst vor der Begegnung mit Andersgläubigen zu haben. Ein schwacher Glaube kann Quelle von Ängsten und Unsicherheiten sein. Vielleicht brauchen wir zuerst, wie gesagt, den Glauben zu nähren und zu verstärken, um unsere Ängste zu überwinden. Unschuldige zu misstrauen, auszugrenzen und zu hassen, wird nicht unseren Glauben und unsere christliche Identität bewahren (vgl. NA5), ganz im Gegenteil, das widerspricht das Evangelium. Unsere nichtchristlichen Geschwister sind als Kinder Gottes und nicht als Bedrohung zu sehen.
Lassen wir uns die Begegnung mit ihnen suchen: mit Stärke, Überzeugung und viel, viel Empathie. Ohne Angst dürfen wir und sollen wir Christus in Wort und Tat verkündigen. Auch unsere Geschwister werden in uns positive Aspekte und Berührungspunkte entdecken. Wir können darauf bauen.
Ihr Diakon Fernando de la Torre
